Mental Load: Unterschätztes Risiko für Lehrkräfte
Obwohl der Begriff bereits seit den 1970er Jahren in der Wissenschaft kursiert, wurde das Phänomen des Mental Load in der Öffentlichkeit lange Zeit kaum wahrgenommen. Erst in den vergangenen Jahren ist es mit Bezug auf die Belastungen des Familienalltags stärker in den Fokus geraten. Dabei ist Mental Load weder ein Trendthema - also die sprichwörtliche Sau, die durchs Dorf getrieben wird - noch ein Problem, das exklusiv im familiären Umfeld zu finden ist. Tatsächlich gehört es für Menschen in bestimmten Berufszweigen wie dem Lehrerberuf zum Joballtag und kann ernsthafte gesundheitliche Konsequenzen haben. Das ist besonders dann der Fall, wenn berufliche und familiäre Belastungen zusammenkommen. Als Lehrkraft solltest du deshalb wissen, was sich hinter dem Begriff verbirgt und wie du deinen Alltag konkret gestaltest, um die mentale Belastung zu reduzieren.
Von kleinen Aufgaben zum großen Problem
Mental Load wird heute in der Regel in Zusammenhang mit der Organisation des Familienalltags besprochen. Hier fallen täglich viele kleine Aufgaben an, die für sich genommen keine große Belastung darstellen. Zum Problem können sie dennoch werden. Das liegt zum einen daran, dass die Aufgabenverteilung bei Paaren nicht immer ausgeglichen ist. Zum anderen bringt die Erledigung einer vermeintlich kleinen Sache oft weitere, "unsichtbare" Aufgaben mit sich.
Wie sich das im Alltag auswirkt, lässt sich am Beispiel der Planung des Abendessens illustrieren. Zu entscheiden, was es geben soll, klingt erst einmal nicht sonderlich kompliziert. Will man alle Familienmitglieder zufrieden stellen, darf man allerdings die jeweiligen Vorlieben nicht außer Acht lassen. Außerdem stellt sich die Frage, ob genug Zeit für die Zubereitung ist. Ist etwas Aufwendigeres geplant, muss man die Uhrzeit im Blick behalten, um rechtzeitig mit den Vorbereitungen zu beginnen. Zusätzlich muss geklärt werden, ob alle Zutaten da sind, und falls nicht, ob man alles rechtzeitig besorgen kann und wer den Einkauf übernimmt - oder ob ein anderes Gericht nicht vielleicht doch die bessere Wahl wäre.
Ein kleine Aufgabe wie die Entscheidung über das Abendessen löst so einen komplexeren Planungsprozess aus und bringt eventuell zusätzliche Aufgaben mit sich, obwohl das ursprüngliche Problem trivial wirkt. Weil jeden Tag zahlreiche solcher kleinen Entscheidungen getroffen und die anschließende Erledigung koordiniert werden muss, summiert sich der Aufwand für die Verantwortlichen zu einer ernstzunehmenden Belastung - insbesondere, wenn die Aufgabenlast ungleichmäßig verteilt ist. Tückisch ist beim Mental Load, dass die Betroffenen selbst zwar die Auswirkungen in Form von wachsender Erschöpfung spüren, die Ursache aber nicht immer ausmachen können. Schließlich erledigt man ja nur "Kleinigkeiten".

Wie beeinträchtigt der Mental Load den Lehrerberuf?
Manche Berufe bringen einen recht starren Alltag mit klar definierten Aufgaben mit sich. In diesen Fällen ist die Arbeit gut planbar und birgt selten Überraschungen. Auf den Lehrerberuf trifft das nicht zu. Weil Stundenplanänderungen normal sind und es im menschlichen Miteinander immer wieder Reibungspunkte gibt, muss man als Lehrer eine hohe Flexibilität an den Tag legen, um auf Probleme reagieren zu können. Während kurzfristig anberaumte Gespräche mit Schülern, Eltern oder den Kollegen eine ganz offensichtliche Mehrbelastung sind, fallen andere Energiefresser weniger auf. Den Unterricht zu planen, gehört zum Beispiel klar zum Arbeitsalltag, kann aber einen ähnlichen Kaskadeneffekt an Überlegungen und Folgeaufgaben haben wie die Vorbereitung eines Abendessens.
Dazu kommen eventuell noch weitere "unsichtbare" Aufgaben. Bürgert sich etwa ein, dass eine Kollegin oder ein Kollege dauerhaft die Verantwortung für die Bestückung Kaffeeküche übernimmt, ist das genauso eine zusätzliche Belastung wie das regelmäßige Ausstellen von Schülerarbeiten im Schulhaus, das Besorgen kleiner Präsente als Dankeschön oder die Organisation eines Team-Events. Auch hier wirkt der Aufwand überschaubar. Beim Wocheneinkauf ein zusätzliches Päckchen Kaffee und Filtertüten in den Einkaufswagen zu legen, ist kein großes Problem. Genau im Blick zu haben, wann etwas nachgekauft werden muss, sich darauf zu einigen, was gekauft wird und im Anschluss das Geld der Kollegen einzusammeln, kann es allerdings dazu werden lassen.
Wie können Lehrer ihren Mental Load reduzieren?
Der erste Schritt ist, sich des Themas überhaupt bewusst zu werden. Da ein hoher Mental Load auf Dauer zur Überlastung beitragen kann, die im Lehrerberuf ohnehin ein großes Thema ist, solltest du Erschöpfungsanzeichen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Fällt es dir nach der Arbeit schwer, abzuschalten, gehst du in Gedanken immer wieder durch, welche Aufgaben noch anstehen und hast das Gefühl, eigentlich nicht mehr die Energie für ihre Erledigung zu haben, sind das bereits ernstzunehmende Anzeichen einer Überlastung, auf die du schnell reagieren solltest. Andernfalls könnten sich ernsthaftere Symptome wie Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Konzentrationsschwierigkeiten einstellen.
Tatsächliches Aufgabenpensum erfassen
Ein großes Problem beim durch "unsichtbare" Aufgaben verursachten Mental Load ist, dass sich die Betroffenen selbst des Umfangs ihrer Tätigkeiten nicht bewusst sind. Deswegen ist der erste Schritt, herauszufinden, wie groß der Arbeitsaufwand tatsächlich ausfällt. Die einfachste Möglichkeit ist, diesen über mehrere Wochen zu notieren. Dabei musst du möglichst pedantisch sein. Nur so kannst du die tatsächlichen mentalen Kosten der erledigten "Kleinigkeit" abschätzen. Anstatt also zu notieren, dass du die ausgestellten Schülerwerke ausgetauscht hast, gehst du ins Detail. Möglicherweise hast du ein Unterrichtsthema vorbereitet, das passend für eine Ausstellung wäre. Anschließend hast du die Erstellung betreut oder Arbeiten bei den Kollegen eingesammelt, vorzeigbare Exemplare ausgewählt, die alten Ausstellungsstücke entfernt und über ihre Weiterverwendung entschieden. Erst wenn du die alle Schritte im Detail erfasst, wird sichtbar, wie viel Kopfarbeit tatsächlich nötig war.
Aufgaben besser verteilen
Ist klar, wie hoch dein tatsächlicher Arbeitsaufwand ausfällt, hast du mehrere Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Bei schulischen Zusatzaufgaben, die nicht zum Kern der Lehrtätigkeit gehören, kannst du Unterstützung durch die Kollegen suchen. Um beim Beispiel der Aushänge zu bleiben: Bitte jemanden, dir bei der Themenausarbeitung, bei der Wahl von geeigneten Arbeiten oder beim Tausch zu helfen. Sollte sich niemand finden, bleibt dir die Möglichkeit, die Aufgabe komplett abzugeben. Selbst wenn sie im Anschluss nicht mehr erledigt wird, sollte dir deine eigene Gesundheit wichtiger sein.
Weil Arbeiten, die zum Kern gehören, nicht einfach aufgegeben werden können, ist hier das Ziel, den Aufwand zu verringern, ohne dass die Qualität leidet. Ein guter Weg ist die Kooperation mit Fachkollegen zu suchen und beispielsweise die Inhaltsplanung des Schuljahres gemeinsam zu erledigen. Bereits vorhandene Materialien können ausgetauscht und die Neuerstellung oder Überarbeitung aufgeteilt werden. Möglich ist ebenfalls, dass ihr online angebotene Vorlagen sichtet und gemeinsam über den Kauf entscheidet, falls diese kostenpflichtig sind. Der Aufwand für den einzelnen reduziert sich so deutlich.Und es hat einen weiteren positiven Nebeneffekt: Du kannst von den Erfahrungen der Kollegen profitieren und erhältst neue Impulse für deinen eigenen Unterricht, anstatt das Schuljahr als Einzelkämpfer zu bestreiten.
Organisation erleichtern
Das Problem Mental Load allein vom Arbeitspensum her anzugehen, würde zu kurz greifen. Denn das lässt einen wichtigen Aspekt unberücksichtigt: Den Umstand, dass der Kopf der Betroffenen keine Ruhe mehr findet. Anstatt nach Feierabend abschalten zu können, kreisen die Gedanken immer wieder darum, wie man Aufgaben am besten gestaltet, was noch zu tun ist und welche Angelegenheiten auf keinen Fall vergessen werden dürfen. Dieses permanente Führen mentaler Listen macht einen Großteil der Belastung aus.
Die denkbar einfachste Lösung ist, die Aufgaben auf Papier oder digital festzuhalten. Das nimmt die Angst, wichtige Dinge zu vergessen, schafft Übersicht und erlaubt es dir, deine Arbeitszeit effizienter zu gestalten. Leerlaufzeiten, in denen du nachdenkst, was als nächstes ansteht, enden mit dem Blick auf deine To-Dos, gleichartige Aufgaben kannst du gemeinsam und dadurch in vielen Fällen schneller erledigen.

Das richtige Tool für die Aufgabe
Wichtig ist allerdings, dass die Pflege der To-Do-Listen nicht selbst zum Zeitfresser wird. Jonglierst du mit mehreren Zetteln oder versuchst die Aufgaben chronologisch zu sortieren, wird das besonders im sich ständig ändernden Schulalltag aufwendig. Eduplanio bietet dir mit seinen intelligenten To-Do-Funktionen eine praktische Arbeitserleichterung. In der Lehrer-App verknüpfst du deine Aufgaben mit deinem Stundenplan. Das erlaubt es Eduplanio, deine To-Do-Listen automatisch neu zu sortieren, wenn sich dein Plan ändert. Die App löst damit ein Problem, das klassische To-Do-Listen und -Apps zu unflexibel für den Schulalltag macht und wird so zum idealen Tool, wenn du deinen Mental Load als Lehrer reduzieren willst. Schau dir die Live-Demo an oder leg direkt mit einem eigenen kostenlosen Konto los. Entscheidest du dich, dich zu registrieren, erhältst du eine Monatslizenz für Eduplanio Plus gratis.